Ihre Brillenfreiheit durch Speziallinsen

Alterssichtigkeit

Multifokallinsen

Wenn man das 40. Lebensjahr erreicht hat, wird das Lesen und Arbeiten im Nahbereich immer anstrengender. Diese Alterssichtigkeit (Presbyopie) kann durch sog. Multifokallinsen (ähnlich der Gleitsichtbrille) ausgeglichen werden.

Sollten Sie Negatives über Gleitsichtbrillen gehört oder schlechte Erfahrungen damit gemacht haben, heißt das nicht, dass diese Linsen für Sie nicht in Frage kommen. Tatsächlich ist diese Korrektur zwar ähnlich, funktioniert aber doch nach einem anderen Prinzip. Wir beraten Sie dazu gerne und klären offene Fragen.

Hornhautverkrümmung

Torische Linsen

Diese Kontaktlinsen werden bei Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) angepasst. Dazu bestimmen wir Ihre individuellen Stabilisierungsbereiche, damit die torischen Linsen später richtig auf dem Auge sitzen. Zusätzlich zu BC-Wert und Dioptrienwert sind bei torischen Linsen die Angabe von Zylinder und Achse erforderlich. Die Achse beschreibt die Achslage des Zylinders und der Zylinder definiert die Größe der Hornhautverkrümmung.

Die torischen Linsen sind auf eine bestimmte „astigmatische“ Weise geformt, die der Hornhaut entgegengesetzt ist. Sie ergänzen so die verkrümmte Hornhaut, damit das Licht wieder gleichmäßig einfallen kann.

Bei sehr hohem Astigmatismus empfehlen wir eine Versorgung mit formstabilen Kontaktlinsen, mittlerweile sind aber auch mit weichen gute Ergebnisse zu erzielen. Ab einem Astigmatismus von 4 Dioptrien im Brillenwert übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung zumindest anteilige Kosten.

 

Kurzsichtigkeit / Unverträglichkeit

Nachtlinsen

Bei Kurzsichtigkeit und Unverträglichkeit von herkömmlichen Kontaktlinsen ist diese Korrektur das Mittel der Wahl. Sie wird über Nacht getragen und modelliert in Verbindung mit dem Liddruck die Hornhaut so, dass man die Kurzsichtigkeit quasi „wegschläft“ und Sie über den Tag weder Brille noch Kontaktlinsen benötigen. Dieser Vorgang ist jederzeit reversibel: Hören Sie mit dem Tragen der Orthokeratologie-Linsen auf, erreichen sie nach 3 bis 4 Tagen wieder den alten Stand Ihrer Kurzsichtigkeit.

Ein Nebeneffekt der Orthokeratologie ist das Aufhalten der Progression der Kurzsichtigkeit (siehe Myopieprävention). Sollten Sie daran interessiert sein, beraten wir Sie gerne.

stark irreguläre Hornhaut

Formstabile Linsen

Der Keratokonus ist eine Erkrankung, die die Hornhaut betrifft, in den meisten Fällen beidseits. Dabei bildet sich auf der Hornhaut (Kerato) eine kegelförmige Aussackung (konus), die eine nachlassende Sehleistung zur Folge hat.

Außerdem führt der durch die Aussackung bedingte Zug in der Hornhaut zu einer Ausdünnung, die im fortgeschrittenen Stadium zur Instabilität der Hornhaut führen kann. Betroffene Patienten bemerken diese Erkrankung meist erst zu einem späteren Zeitpunkt, da diese sehr schleichend verläuft.

Ein ähnliches Bild zeigt sich nach einer LASIK-OP: In seltenen Fällen bildet die Hornhaut eine sog. Keratektasie aus, die der Form des Keratokonus sehr nahe kommt.
Bei Patienten, die aus verschiedensten Gründen eine Hornhauttransplantation benötigt haben, wird ebenfalls eine Versorgung mit Kontaktlinsen empfohlen. Durch die stellenweise sehr große Irregularität der Hornhaut nach dem Ziehen der Fäden ist mit einer Brille keine annehmbare Sehschärfe zu erzielen. Eine Kontaktlinse stellt hier in Verbindung mit dem Tränenfilm wieder das bestmögliche Sehen her.

Ist die Hornhaut durch einen Unfall vernarbt und das Gewebe nicht eingetrübt, ist auch hier die Sehleistung mit Kontaktlinsen deutlich verbessert.
Wir empfehlen in allen Fällen die Anpassung einer formstabilen Kontaktlinse. Eine Versorgung mit einer speziellen, dicker gefertigten Weichlinse ist möglich, führt aber (neben der besseren Spontanverträglichkeit) zu schlechteren Sehleistungen. Dieser Weg empfiehlt sich also nur, wenn der Tragekomfort im Vordergrund steht und beim Sehen Abstriche in Kauf genommen werden.

Wir beraten in solchen Fällen ganzheitlich: Die Versorgung zur Wiederherstellung der Sehleistung mit Kontaktlinsen (mit denen noch lange eine gute Sehleistung erhalten bleiben kann) übernehmen wir, erläutern aber auch gern refraktive Verfahren wie zum Beispiel das sog. Crosslinking bei Keratokonus und empfehlen an die Charité. In der Regel übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung hier die Kosten der Linsen beinah komplett. Dies geschieht über einen Kostenvoranschlag, der von uns an die Krankenkasse gestellt wird.

Irisverletzung / Hornhauttrübung

Irislinsen

Die Iris (Regenbogenhaut) ist der farbige Kreis rund um die Pupille. Die Pupille regelt den Lichteinfall – wenn es hell ist, verengt sie sich, um vor Blendung zu schützen und bei Dunkelheit weitet sie sich, damit wir besser sehen können. Damit dieser Mechanismus funktioniert, muss die Iris vollständig gesund sein. Verletzungen oder Defekte beeinträchtigen die Blendenfunktion und stören Betroffene auch in kosmetischer Hinsicht.

Die Irislinse wird mit der Iris des gesunden Auges bedruckt und hat eine künstliche Pupillenöffnung. Sollte durch einen Vorfall die Verengung der Iris bei Leichteinfall nicht mehr möglich sein, begrenzt eine solche Linse den Lichteinfall und mindert Blendeffekte.
Auch hier übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nach entsprechendem Kostenvoranschlag die Kosten beinah komplett

Unverträglichkeit

Skleralinsen

Bei Unverträglichkeiten von herkömmlichen formstabilen Kontaktlinsen bietet sich die Versorgung mit einer Sklerallinse an. Aber sie ist auch für besonders empfindliche oder irreguläre Hornhäute nach einer Operation, mit Keratokonus, Hornhautverletzung, Graft-versus-Host-Syndrom (GvHD) oder Steven-Johnson- Syndrom geeignet.

Die Linse ist größer als eine herkömmliche Kontaktlinse und liegt nicht auf der Hornhaut, sondern der Bindehaut (Sklera) auf. Die etwa 14-18 mm große Linse aus hochgasdurchlässigen Materialien liegt auf dem Rand der unempfindlicheren Bindehaut auf. Sie „schwimmt“ lediglich auf dem Tränenfilm und überbrückt somit eine Berührung mit der Hornhaut.

Dadurch ist sie deutlich unbeweglicher und erzeugt nicht das Fremdkörpergefühl, was eine kleinere Kontaktlinse mit sich bringen kann. Hier ist die Anpassung allerdings deutlich aufwändiger und kostenintensiver, daher wird diese Form der Kontaktlinse angepasst, wenn eine kleinere nicht zum gewünschten Erfolg führt.

Bei einer sog. Indikation (z.B. Keratokonus oder Zustand nach einer Hornhauttransplantation) übernimmt auch hier die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten beinah komplett. Dies geschieht über einen Kostenvoranschlag, der von uns an die Krankenkasse gestellt wird.

Kurzsichtigkeit vorbeugen

Myopieprävention

Durch das tägliche Arbeiten auf nahe Distanzen (am PC oder Handy) wird der Mensch immer kurzsichtiger. Hochrechnungen zu Folge wird im Jahr 2050 etwa die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig sein. Das bedeutet leider nicht nur, dass Brillengläser immer dicker werden, sondern auch, dass das Risiko für Augenerkrankungen (Grauer Star, Glaukom, Netzhautablösung und Makuladegeneration) im Alter steigt.
Dem kann man mit speziell korrigierenden Kontaktlinsen entgegenwirken. Das kurzsichtige Auge ist zu lang gebaut. Durch die Stärke, die vor der Pupille wirkt, beeinflusst die Kontaktlinse das Netzhautbild, so dass der Impuls, das Auge länger wachsen zu lassen, nicht mehr so stark zum Tragen kommt.
Ein Korrektionsmittel der Wahl wäre die oben beschriebene Orthokeratologie, ein anderes sind sog. Mehrstärkenlinsen. Wir informieren Sie gerne darüber und stellen Ihnen bei Interesse auch Infomaterial und Studien zur Verfügung. Mittlerweile gibt es diese als weiche und formstabile Kontaktlinsen.

Die Myopieprävention ist auch für die Menschen interessant, die später planen, sich wegen ihrer Kurzsichtigkeit operieren zu lassen. Für das Lasern sind im Bezug auf die Stärken Grenzen gesetzt, daher ist das Ziel durch das Tragen der Kontaktlinsen diese Grenzen nicht zu überschreiten.